Was lässt Praxis gelingen? – Eine wissenschaftliche Selbstprüfung der stationären Kinder- und Jugendhilfe

Shownotes

Kinder- und Jugendhilfe arbeitet mit hohen Ansprüchen: Beziehung, Bindung, Familie, Struktur, Schutz. Doch was davon trägt im Alltag wirklich? Wo entstehen Spannungen, die selten offen benannt werden? Was lässt pädagogische Praxis in der stationären Kinder- und Jugendhilfe gelingen und unter welchen Bedingungen gerät sie unter Druck?

In dieser Folge von Heim.Kind. sprechen Linda und Bettina mit Antonia Dahlmeier und Laura Meyer-Stolte von der Universität Bielefeld über das Forschungsprojekt „Bedingungen gelingender Praxis“ (BEvA). Über drei Jahre hinweg wurde die stationäre Arbeit der Backhaus Kinder- und Jugendhilfe wissenschaftlich begleitet – nicht, um zu bewerten, sondern um zu verstehen. Dabei wird deutlich: Pädagogische Praxis bewegt sich ständig zwischen Ideal und Wirklichkeit. Zwischen Regelwerk und Beziehung. Zwischen professionellem Anspruch und persönlicher Involviertheit.

Wir sprechen darüber,
• warum „Gelingen“ keine feste Definition kennt,
• wie Regeln Sicherheit geben – und zugleich Handlungsspielräume einengen können,
• welche Spannungen Bindungstheorien im professionellen Alltag erzeugen,
• warum das Leitbild „Familie“ sowohl Orientierung als auch Überforderung bedeuten kann,
• und weshalb es für Professionalität entscheidend ist, Uneindeutigkeiten auszuhalten, statt sie aufzulösen.

Eine Folge für pädagogische Fachkräfte, Leitungskräfte, Studierende und alle, die Kinder- und Jugendhilfe nicht nur gestalten, sondern auch reflektieren möchten. Du interessierst dich für das ganze Forschungsprojekt? Hier findest du den Abschlussbericht:
https://pub.uni-bielefeld.de/record/3016862

Rückfragen und Anregungen: podcast@backhaus.de
Weitere Informationen: www.backhaus.de
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Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo ihr Lieben, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Heimkind und Bettina.

00:00:20: Das ist die letzte Folge für diese Staffel!

00:00:23: Ja... Die Zeit ist super schnell vergangen.

00:00:25: Wahnsinn einfach dass es schon die sechste Folge wieder ist.

00:00:28: Ja, wer mich gerade nicht sieht.

00:00:29: Ich mache eine kleine Schippe und habe auch ein kleines Tränchen im Knopfloch.

00:00:33: Aber wir haben uns natürlich ne richtig spannende Folge zum Schluss aufbewahrt und diese Folge lässt dann noch einiges an Anknüpfungen offen weil es da noch einiges zu lesen gibt.

00:00:46: Und zwar wird's heute etwas wissenschaftlicher.

00:00:49: Zu Gast sind Antonia Dahlmeier und Laura Meier-Stolte heute digital zugeschaltet wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Bielefeld, genauer gesagt an der Fakultät für Erziehungswissenschaften.

00:01:02: Die Backhaus-Kinder und Jugendhilfe hat nämlich in den vergangenen rund zwei Jahren eng mit der Uni Belefeld zusammengearbeitet und als Praxisfeld für eine gemeinsame Studie gedient.

00:01:12: Super spannend!

00:01:13: Und wir wollen heute mal einen genaueren Blick auf diese Zusammenarbeit werfen die Studie vorstellen und auch so ein paar zentrale Erkenntnisse diskutieren.

00:01:24: Ich sage das direkt vorweg, die Ergebnisse der Studie können auch eingesehen werden.

00:01:29: Wir werden den Link dazu zu den Papers wie man es so wissenschaftlich nennt in den Show Notes dieser Folge teilen und ich würde sagen wir gehen rein!

00:01:41: Antonia und Laura schön dass ihr heute da seid.

00:01:43: mögt ihr euch unseren Hörern einmal kurz vorstellen und ja auch nochmal zu eurem beruflichen Hintergrund was erzählen und dann kommen wir danach zur Studie würde ich sagen

00:01:54: Ja, vielen Dank für die Einladung auf jeden Fall.

00:01:57: Genau mein Name ist Antonia Dahlmeier.

00:02:01: Ich habe soziale Arbeit studiert und bin Sozialarbeiterin.

00:02:07: Hab zwei Jahre auch in der ambulanten Eindiederungshilfe für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrungen gearbeitet und hab mich dann nochmal entschieden meinen Master in Erziehungswissenschaft zu machen den ich genau vor einem Jahr abgeschlossen hat, ein bisschen länger schon und seitdem in dem Projekt

00:02:28: BEVA

00:02:29: arbeite.

00:02:30: Bin so mittendrin quasi eingestiegen nach... ich glaube so anderthalb Jahren war es dann?

00:02:36: Genau!

00:02:37: Ja danke für die Einladung an den Podcast.

00:02:41: Ich heiße Laura Meier-Stolte Und ich habe auch wie Antonia sozialer Arbeit studiert.

00:02:47: im Bachelor Einmal ist eine Erziehungswissenschaft gemacht und bin dann irgendwie an der Uni geblieben, wie sich das ja manchmal ergibt ohne dass das vielleicht geplant ist.

00:02:59: Und es hat sich dann die Möglichkeit ergeben in den BEVA-Projekt also einem Forschungsprojekt direkt von Beginn an zu fangen als wissenschaftliche Mitarbeiterin.

00:03:10: Es sind tatsächlich schon jetzt im Mai drei Jahre, also es sind fast drei Jahre die ich jetzt in dem Projekt arbeite Und neben der Arbeit im BEVA-Projekt bin ich mit meinem Dissertationsprojekt befasst.

00:03:22: Das ist thematisch nochmal ein bisschen anders gelagert und trotzdem bereichern sich die Arbeit in dem Projekt und die Arbeit an einer Disservation sehr, und ich konnte bis jetzt auch viel aus dem Projekt für meine Disservationen lernen – das vielleicht so zum buchflichen Werdegang.

00:03:36: Ihr habt jetzt schon das BEVA Projekt angesprochen?

00:03:39: Da weiß natürlich keiner was das ist!

00:03:42: Vielleicht könnt ihr das einmal kurz erklären….

00:03:45: Genau, BEVA ist ein Akronym und steht für Bedingungen gelingener Praxis eine wissenschaftliche Evaluation stationärer Angebote der Backhaus Kinder- und Jugendhilfe.

00:03:57: Und das ist der Titel des Forschungsprojektes.

00:04:00: Weil er eben doch ein bisschen sperrig ist nutzen wir eigentlich nur die Kurzbezeichnung BEVA um über das Forschungsprojekt zu sprechen.

00:04:08: Könnt ihr uns mal einen verständlichen Überblick über die Studie geben?

00:04:12: Genau, ich dachte jetzt, es läuft so seit zwei Jahren.

00:04:14: Ich habe glaube ich etwas den Überblick verloren.

00:04:16: Ihr habt natürlich auch im kleineren Rahmen schon vorher angefangen.

00:04:20: Ja was ist das genau für eine Studie?

00:04:22: Wie ist Backhaus da?

00:04:24: Welche Rolle hat Backhaus als Träger übernommen und als Forschungsfeld?

00:04:28: Dann nimmt uns doch mal als Laien ein bisschen mit.

00:04:33: Also das Forschungsprojekt ist so zustande gekommen dass die Backhauskinder- und Jugendhilfe auf Paul Metgerill zugegangen ist.

00:04:42: Professor Dr.

00:04:43: Paul Metjerill hat jetzt die Projektleitung inne und hat eben eine Professur hier an der Fakultät für Erziehungswissenschaften.

00:04:50: Und die BKAT ist auf Paul Metcherill zu gegangen mit der Frage, ob es die Möglichkeit für eine Kooperation geben könnte?

00:04:59: So ist eigentlich ein Prozess gestartet in dem es darum ging wie könnte so ein Forschungsprojekt aussehen?

00:05:06: Und es ist dann ein Kooperationsvertrag erarbeitet worden, in dem ausgehandelt wurde, worum kann's da eigentlich gehen und was wünscht sich vielleicht auch die BKJTA?

00:05:18: Welches Interesse gibt es eigentlich so eine Studie zu machen.

00:05:22: Im Endeffekt ist dabei herausgekommen dass im Zentrum dieses Forschungsprojektes die Frage nach gelingen- und gelinsbedingten pädagogischer Praxis steht.

00:05:31: Also darüber, dazu forschen wir und darum geht es in Kern.

00:05:37: Und das Forschungsprojekt ist angelegt als eine formative Evaluation – das klingt vielleicht erst mal schwierig, soll aber zum Ausdruck bringen dass es nicht die Idee ist, dass wir zum Ende der Studie Ergebnisse präsentieren, das machen wir auf jeden Fall auch.

00:05:55: Aber das schon während der Projektlaufzeit ist eine enge Kooperation zwischen der BKRTA und dem BEVA Forschungsprojekt gibt.

00:06:02: Und da haben wir zum Beispiel in Form von Workshops bisher gemacht, also auch letzte Woche fand ein Workshop statt den wir veranstaltet haben wo wir Impulse in die BKRR geben zu dem was wir so machen und was wir für Impressionen haben und kommen dazu in den Austausch.

00:06:21: Also es gibt von Beginn an, während der gesamten Projektlaufzeit eben eine enge Kooperationen- und auch einen engen Austausche.

00:06:28: Und diese Frage nach gelingen – das ist auf jeden Fall auch noch wichtig – Ausgehend von so einer Idee, dass es für pädagogische Praxis nicht eine Schablone gibt.

00:06:39: Also das pädagogische Praxis irgendwie nach einem Schema F funktionieren kann und die Frage nach gelingen ein bisschen offener ist als vielleicht eine Frage nach bestimmten Handlungskonzepten.

00:06:52: also das was wir am Ende vielleicht präsentieren als Ergebnisse ist eher eine Art von Reflexionswissen, das für die BKHA-Tage genutzt werden kann um auf eigentlich allen Ebenen also auf der organisationalen Ebene und auf der ehende pädagogischer Praxis ins Nachdenken, ins Reflektieren und in den Austausch zu kommen.

00:07:13: Ich kann mich noch an einen der ersten Workshops erinnern – in der Akademie im Präsenz.

00:07:18: ich glaube es war November vielzwanzig?

00:07:23: Es war auf jeden Fall kalt und ist auch schon etwas länger her.

00:07:26: Und ich war Teil des Workshops in dem Bereich Wohngruppen, und ich kann noch sagen damals als ich teilgenommen hat während des Work-Shops ist schon ganz viel passiert aber tatsächlich auch danach.

00:07:37: also Ich habe mir ein paar Stellen der Paper nochmal durchgelesen und musste immer wieder an diesen Workshop denken.

00:07:43: da waren Gewalterfahrungen oder auch Gewalt In der Arbeit ein Thema und Obwohl es nur so einen kurzer Impuls war hat sich schon was ausgelöst und hat auch dafür gesorgt, dass ich darüber hinaus nachdenken musste.

00:07:57: Ich überlege gerade, ob wir vielleicht noch einmal kurz die Backhaus-Kinder-und-Jugendhilfe an der Stelle skizzieren müssen?

00:08:03: Falls man wirklich jetzt nur mal in diese Folge reinhört... Also was ... Die Angebote von Backhaus oder der BKJH wie wird das hier oft sagen also der Backhaus Kinder- und Jugendhilfe überhaupt sind?

00:08:15: Möchtest du das einmal machen bitte?

00:08:16: Ja!

00:08:17: Wir sind ein stationärer Kinder- Und Jugendhilfeträger.

00:08:20: Zwei Bereiche, in denen junge Menschen untergebracht sind die unter dem Paragrafen Vierunddreißig im SGB VIII oder aber Vierdreisig SGBVIII.

00:08:28: Untergebracht ist das einmal.

00:08:29: der Bereich Profifamilie, den wir ja auch schon an der ein oder andere Stelle hier im Podcast vorgestellt haben bedeutet also dass pädagogische Fachkräfte und Menschen, die eine pädagogische Ausbildung haben im familiären Kontext einen jungen Menschen oder mehr junge Menschen bei sich zu Hause aufnehmen.

00:08:45: Und darüber hinaus haben wir auch den Bereich der Wohngruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

00:08:50: Aber auch dazu haben wir ja schon eine Folge, wo wir nochmal vorstellen wie sowieso viele verschiedene Wohngruppenform haben.

00:08:57: In denen halt auch junge Menschen minderjährig aber auch über das achtzehnte Lebensjahr hinaus betreut werden.

00:09:03: und auch in den Wohngruppe arbeiten sehr viel unterschiedliche pädagogische Fachkräfte also mit unterschiedlichen Ausbildungen, aber mittlerweile auch einige Personen die keine pädagogische Grundausbildung haben, die aufgrund von bestimmten Rahmenbedingungen auch im Wohngruppenkontext arbeiten können, aber dann bei uns in der Einrichtung unterschiedliche Fortbildungsangebote nochmal durchlaufen um da auch Fachwissen zu erlangen.

00:09:27: Aber wie gesagt keine pädagogische Grundausbildung haben.

00:09:31: Genau und Backhaus gibt es dann in diesem Jahr tatsächlich auch schon seit fünfzig Jahren und ich glaube daraus ist dann auch so ein bisschen der Wunsch oder auch so einen Gefühl entstanden.

00:09:41: lasst uns mal drauf schauen mit wissenschaftlicher Begleitung wo wir so stehen, Dinge die man vielleicht ja vor lauter Bäumen in Weidnich sieht wie man so schön sagt.

00:09:52: Wo gibt es da vielleicht Reibungen?

00:09:55: und da seid ihr dann eben mit eurem Forschungsprojekt dazugekommen?

00:10:02: Wie war die Studie dann methodisch genau aufgebaut?

00:10:05: also wie habt ihr die BKJH auch als Forschungsfeld für euch benutzt?

00:10:10: sozusagen

00:10:12: Also vielleicht übergeordnet ließe sich dazu sagen, dass das Forschungsprojekt ein qualitatives Forschungs-Projekt ist.

00:10:20: Das heißt uns ging es nicht darum wie vielleicht in quantitativer Forschung darum möglichst viele Interviews zum Beispiel zu führen.

00:10:29: Wir haben eine größere Zahl an Interviews geführt, aber vielleicht jetzt nicht so eine riesige Zahl wie es in quantitativer Forschung vielleicht ein Ziel wäre.

00:10:37: Mit einer Idee das ist da sowas wie einen repräsentativen Blick auf das gibt was die Menschen gesagt haben sondern dass wir davon ausgehen Wir auch mit weniger Interviews und anderen Eindrücken schon eine ganze Menge über das erfahren, was für die Menschen, die im BKLH-Kontext Leben und Arbeiten wichtig ist.

00:10:59: Also es ist eine qualitative Forschung!

00:11:02: Und wir haben verschiedenes gemacht.

00:11:04: also wir waren mehrmals in Mappen vor Ort und haben uns wirklich mal so einen Überblick verschafft.

00:11:10: wie ist das dann eigentlich so?

00:11:11: In den verschiedenen Kontexten zu sein und sich dort aufzuhalten und haben dazu ethnografische Tizen gemacht.

00:11:18: Wir haben aufgeschrieben, was wir für Eindrücke haben wie wir uns eigentlich dabei gefühlt haben, wie das für uns eigentlich so war.

00:11:25: also sowas haben wir gemacht.

00:11:27: dann haben wir Interviews eben geführt die schon auch ziemlich im Zentrum dieser Forschung stehen.

00:11:32: Also wir haben mit Mitarbeiterinnen aus den Wohngruppen aber auch aus den Profifamilien gesprochen Und auch mit jungen Menschen in den verschiedenen Kontexten.

00:11:43: Dann haben wir Workshops veranstaltet, die ja schon angesprochen wurden zu verschiedenen Themenschwerpunkten mit interessierten Mitarbeiterinnen.

00:11:52: Und wir haben die Texte zum Beispiel zu den Workshobs auch schon während der letzten Monate versendet und dazu auch in Resonanz zu gehen.

00:12:02: Mit diesen Interviews, die wir geführt haben, haben wir so gearbeitet dass wir mit dem Transkript der Interviews gearbeitet haben also mit der Abschrift sozusagen, also mit dem Text.

00:12:12: Und wir arbeiten mit so einer Art interpretativen Praxis, das heißt wir lesen uns die Interviews durch und schauen was kommt da eigentlich für Themen auf.

00:12:24: Und uns geht es da nicht darum, irgendwie die Wahrheit herauszufinden oder irgendwie ein Tatsachenbericht.

00:12:30: Oder was könnte die Interviewerin gemeint haben?

00:12:33: Das ist eher nicht das, was uns interessiert sondern wir gehen davon aus dass in jedem Interview so etwas wie einen eigenen Sinn gibt, einen eigenen sozialen Sinn also dass wir aus jedem Interview etwas darüber fahren was im Kontext der BKJH wichtig ist, was wichtige Themen sind, wichtige Themen zusammenhänge Und wir gehen aber auch davon aus, dass das was wir in diesem Kontext erfahren auch für andere Einrichtungen der Kinder und Jugendhilfe relevant ist.

00:13:01: Es ist natürlich super, dass in der BKTA eben wie ihr das gerade schon angesprochen habt auch wirklich jahrzehntelange Erfahrungen sind auf die Menschen zurückblicken.

00:13:10: Und genauso es ist natürlich interessant mit Mitarbeiterinnen zu sprechen, die vor kurzem angefangen haben und so haben wir doch ein ziemlich breites Bild bekommen würde ich sagen von dem was Menschen wichtig finden und was Menschen richtig ist und was die Menschen bewegt an der Bkta auf den verschiedenen Ebenen.

00:13:27: Wie war denn das Gefühl der Zusammenarbeit?

00:13:31: Ja, in so Workshops zum Beispiel hattet ihr das Gefühl dass die Mitarbeitenden aus Wohngruppen und Profifamilien das gut annehmen konnten?

00:13:39: Auch vor Ort direkt irgendwie wie du gerade auch schon sagt, dass Bettina vielleicht schon so die ersten Aha-Momente hatten.

00:13:44: Dass einfach auch mal so ein Raum vielleicht da war zu reflektieren.

00:13:48: Ich war bei keinem dieser Workshop dabei aber ihr habt bestimmt ein bisschen aus dem Nähekästchen zu erzählen.

00:13:55: Ja absolut also.

00:13:56: ich war ja auch schon den ersten Workshops dabei und habe dann ja in einer anderen Rolle, in der Moderationsrolle die weiteren Workshoffs auch mitgegeben.

00:14:10: Und mein Eindruck, Laura, ergänzt mich gerne ist das wirklich ein total reges Interesse an dieser Studie was wir da überhaupt so machen, was sich vielleicht auch die Einrichtung dabei gedacht hat Daran besteht, aber vor allem auch ein ganz reges Interesse an dem Austausch.

00:14:32: An einem reflexiven Austausche besteht und das auch immer wieder ein Aspekt ist der uns ja im Kontext in der Beschäftigung dieser Studie begegnet dass Räume die als vielleicht eher eine Möglichkeit der Distanzierung zu unmittelbaren Praxis, als Distanzierungen zum Unterhandlungsdruck jetzt gerade auch zu stehen.

00:15:02: Genau als total wertvoll und ja bewertet werden.

00:15:09: Und das ist etwas, was sich einfach gewünscht wird.

00:15:12: Dementsprechend waren alle Mitarbeiterinnen, die an den Workshops teilgenommen haben wirklich... Regel dabei mit spannenden Impulsen.

00:15:25: Also es war für diese Studie total bereichernd, in diesen Workshops zu halten und weil nochmal so viele neue Aspekte auch für uns dazu kamen die ja wiederum auch den weiteren Weg der Forschung beeinflusst haben.

00:15:41: also rauf legen wir jetzt eigentlich auch den weiteren Fokus auf welche Aspechte, auf welche Themen aufkommen und in dem Sinne auch uns eine Idee von zum Beispiel sowas wie gelingensbedingungen weitergegeben haben, als dass dieser Bedarf nach rollendes Austausch ist einfach ein sehr großer zu sein scheint.

00:16:05: Und es vielleicht daran auch im unmittelbaren Alltag der pädagogischen Praxis manchmal auch fehlen kann.

00:16:14: Ich glaube, dass es einfach sehr schön ist, wenn auf so einer Meta-Ebene der Raum da ist sich mal auszutauschen und das nicht eines dieser wöchentlichen... Wie nennt ihr das?

00:16:25: Team-Sitzung.

00:16:26: Team-Zeuskonferenzen wo dann ja auch immer irgendwie vielleicht die Vorgesetzte mit dabei ist und man so das Gefühl hat, man wird da vielleicht in dem Moment bewertet sondern dass das auf neutralem Boden zwar BKJH als Forschungsfeld.

00:16:44: Aber wenn man jetzt auch wirklich mit Leib und Seele als Pädagogin, Pädagoge in diesem Spektrum unterwegs ist, dass du das Gefühl hast ich kann jetzt hier vielleicht auch wirklich was bewegen?

00:16:53: Ich kann hier offen und frei sprechen.

00:16:56: Vielleicht nutzt es auch noch etwas für meine Berufspraxis hier in der Zukunft.

00:17:01: Und es war ja halt auch wirklich ein freier und neutraler Boden, nicht dass da irgendjemand daneben saß.

00:17:07: Und weh du sagst jetzt hier was Falsches.

00:17:09: also das möchte ich auch einmal betonen Es ging uns hier nicht darum, dass am Ende dabei rauskommt das Backhaus Total toll ist und wir das hier seit fünfzig Jahren super machen.

00:17:20: So wieder manchmal so diese Studien von irgendwelchen Superarbeit, also große Konzerne die dann selbst Studien beauftragen damit es am Ende heißt Diese Produkte musst du unbedingt kaufen.

00:17:32: Das ist das Beste und super wirkungsvoll.

00:17:34: Darum ging's hier wirklich überhaupt nicht.

00:17:36: Also Es war eine kritische Selbstreflexion ganz neutral.

00:17:40: jeder durfte da so reden und sein und sagen was er möchte

00:17:45: Und

00:17:46: ich glaube, wir sind alle sehr gespannt auch was dann da so ein bisschen dabei rumkommt.

00:17:51: Also wir haben jetzt zwischen den Zahlen schon so ein bischen darüber gesprochen wie die Studie aufgebaut war und auch welche Zielsetzung ihr damit hatte nämlich halt eben nicht konkrete Handlungsempfehlungen zu geben.

00:18:03: vielleicht wenn das für euch okay ist würde ich direkt mal zu den Themen übergehen die dabei zutage gekommen sind und Ich habe mich ja auch ein bisschen vorbereitet.

00:18:13: aber Ihr dürft es gerne nochmal erklären.

00:18:16: Ich weiß, dass drei größere Themenfelde aufgepoppt sind im Rahmen der Studie und ein Themenfeld war das Thema Regeln?

00:18:25: Ich würde gerne noch einmal kurz bei dir gerade anschließen.

00:18:27: Ja, gerne!

00:18:28: Weil

00:18:28: du sagst auch, dass Mitarbeiter sehr interessiert waren und das angenommen haben.

00:18:33: Würd ich gerne nochmal eben wieder in die Perspektive der Mitarbeitenden gehen weil es mir ja ähnlich ergingen.

00:18:39: also...

00:18:39: Im Alltag, wenn wir Teamsitzungen haben und Erziehungskonferenzen haben.

00:18:43: Wir beschäftigen uns ja auch oft mit den jungen Menschen und schauen sehr drauf wie ist der Wirkungskreis in dem wir gerade unterwegs sind mit den Jungen Menschen?

00:18:51: Wo müssen wir noch mal genauer hinschauen?

00:18:52: Wir gehen da in die Selbstreflexion aber es ist ja oft sehr fokussiert auf das Thema, auf das Zusammenleben oder die Arbeit mit den Jungmenschen.

00:19:00: Und ich hatte das Gefühl in diesen Workshops und bei der Studie kommen noch weitere Dimensionen rein.

00:19:06: zum Beispiel auch welche gesellschaftlichen Veränderungen haben wir?

00:19:09: Wir sind erneut womöglich mit Kürzung konfrontiert.

00:19:12: Was bedeutet das auch in unserer Arbeit, in der stationären Kinder- und Jugendhilfe?

00:19:17: Wenn dieser Druck auch nochmal von außen kommt, sage ich mal, also Druck auf dem Kessel den wir ja irgendwie spüren in unsere Arbeit, der aber oft gar nicht so Raum einnehmen kann wenn wir diese Konferenzen haben weil die in unserer Arbeitsjahr knapp bemessen sind, weil unsere Hauptaufgabe nunmal am Kind ist Und da hatten wir einen Raum, um auch darüber in den Austausch zu kommen.

00:19:40: Wie empfinden wir das und was sind das für Höhen, denen wir alltäglich begegnet?

00:19:45: Was macht es mit uns und unserer Arbeit?

00:19:47: Das würde ich gerne noch mal anfügen

00:19:49: wie

00:19:50: wertvoll das auch in dem Moment war in diesen Workshops

00:19:53: Und vielleicht auch gerade im Anschluss daran, das spiegelt dann ja auch genau an eine Idee von Beva.

00:20:01: Was sich in dem Begriff der gelingensbedingungen wiederfindet also dass sich das einzelne pädagogische Handeln wie du es gerade beschrieben hast da wusste ich vielleicht sehr auch gerade um die spezifische Beziehung zu den jungen Menschen dreht und einzelnen handeln in Teamgesprächen Dass sich das ja in einem Kontext vollzieht.

00:20:21: Und dieser Kontext ist einmal vielleicht auf der kleineren Ebene in dieser Wohngruppe, aber auch in der Organisation und auch im breiteren gesellschaftlichen Kontext.

00:20:34: Und diese Art wie du es gerade genannt hast ja auch auf so einer Meta-Ebene zu reflektieren und genau mit dem womit man eigentlich tagtäglich selbstverständlich auch agiert.

00:20:47: Da werden wir gleich noch drauf zu sprechen kommen das sind So Aspekte wie Familie oder wie Bindung.

00:20:54: Was das vielleicht aber eigentlich aus so einer Metaperspektive dann auch bedeutet, oder bedeuten kann und dass genau die spezifischen Handlungen immer auch eingebettet sind in ihrem Kontext.

00:21:08: Genau wir wollten auf die Themenfelder eingehen.

00:21:12: Aber ich danke, dass ihr das auch noch mal gesagt habt weil mich glaube um zu verstehen.

00:21:18: Man steigt so direkt jetzt ein in dieses Thema, wir wissen ja auch worum es geht.

00:21:21: aber auch wenn man jetzt zum ersten Mal davon hört so ein bisschen Gefühl dafür zu kriegen worum ist hier eigentlich ging und ich hoffe auch Lust darauf zu machen da noch tiefer einzusteigen.

00:21:31: wie gesagt das sind drei größere Themenfelder durch eure Forschung aufkoppt und ein Themenfeld war das Thema Regeln und da würde mich sehr interessieren Ja, in welcher Form genau regeln und was ihr da so herausgefunden habt.

00:21:48: Wir alle wissen, was Regeln bedeuten.

00:21:50: vielleicht haben wir selbst Kinder oder die Zuhörerinnen haben Kinder dann gibt es auch Regeln zu Hause.

00:21:56: aber im Kontext Kinder- und Jugendhilfe haben Regeln natürlich auch nochmal eine ganz andere Bedeutung.

00:22:02: Und ja erzählt gerne mal Was ihr da heraus gefunden habt.

00:22:07: Ja, genau.

00:22:07: Vielleicht ist da auch nochmal gerade vorab die Unterscheidung auch ganz gut zwischen diesen vielleicht sehr expliziten Regeln im Alltag der pädagogischen Praxis, die einen Alltag in der WG oder in der Profifamilie zum Beispiel ermöglichen und dann auch noch mal den Regeln auf einer vielleicht anderen Ebene wird eher implizite soziale Regeln oder auch Norms sind.

00:22:38: Und die expliziten Regeln im konkreten pädagogischen Alltag, die spiegeln auch immer wieder was vielleicht für dahinter liegende Normvorstellungen gibt in der Einrichtung.

00:22:57: Genau.

00:22:57: und im folgenden würde ich mich jetzt vor allem jetzt auch auf die expliziten Regeln im Alltag noch mehr beziehen, die wir mit zum Beispiel auch im Workshop diskutiert haben.

00:23:09: Die aber auch in den Interviews immer wieder thematisiert wurden von verschiedenen Seiten und von Fachkräften, so einen jungen Menschen welche Bedeutung haben sie eigentlich für das Zusammenleben in diesen Stadshinien Kontexten?

00:23:24: Genau!

00:23:25: Und da gibt es einige Aspekte.

00:23:28: Zum Einen so regeln als ermöglichende und verhinderte Strukturen.

00:23:38: Also irgendwie ein geregelter Alltag führt einerseits zu ja vielleicht eine Arbeitserleichterung, eine Erleichtierung des WG Alltags bei manche Dinge einfach irgendwie klar sind und sich vielleicht selbstverständlich vollziehen, weil es klare Abläufe gibt.

00:24:01: Und gleichzeitig kann auch ein stalles Regelkostüm oder Korsett in so eine Art der Arbeitsverhinderung oder auch im Herzen einem Paper als Arbeitslust-Verhinderungen genannt seitens der Fachkräfte.

00:24:18: Also das ist vielleicht sich manchmal auch intims so anfühlen kann oder in dem WG-Alltag an sich,

00:24:27: dass

00:24:28: Regeln existieren deren Sinn sich gar nicht so erschließt und von denen es dann auch so wahrgenommen wird das ja das wirkliche professionelle Handeln gerade eigentlich auch verhindert wird.

00:24:41: Weil Regeln da auch im Weg stehen.

00:24:46: genau Das hat auf der Seite der jungen Menschen wiederum auch zur Folge, dass die Regeln, die selber auch als nicht nachvollziehbar empfunden werden.

00:25:00: Als irgendwie sinnhaft empfunden und vielleicht etwas empfunde, was ja auch... mangelndes Vertrauen bedeuten kann oder als solches interpretiert werden kann.

00:25:14: Es kann gerade nicht auf mich einzig auch eingegangen werden, weil genau diese Regel gerade eine allgemeingültige ist und daran zeigt sich vielleicht so etwas dass Regeln ihren Zweck also Regeln nicht an sich sinnhaft sind sondern ihren Zwecks entfalten müssen, um irgendwie auch er sinnhaft gelten zu können.

00:25:44: Seitens der jungen Menschen seitens der Fachkräfte.

00:25:47: und wenn die diese Sinnhaftigkeit nicht gegeben ist ja dann wird es ja kriselig und vielleicht auch eher in der Tendenz schwierig professionell zu arbeiten Wenn wir professionelles handeln als welches verstehen das sich selber auch immer auf die situative Angemessenheit überprüfen muss.

00:26:13: Also ist diese Regel gerade vielleicht angemessen in dieser Situation anzusenden?

00:26:19: Tatsächlich würde mich an der Stelle einmal interessieren, ich weiß nicht ob Bettina das vielleicht sogar gut beantworten kann weil sie auch lange ein Wohngruppe zum Beispiel gearbeitet hat, ob ihr einen Beispiel auch noch mal habt.

00:26:29: also dass so explizite Regeln können ja so Hausregeln oder sowas zb sein Die gelten dann jetzt einfach, ob das dann gerade Sinn macht oder nicht.

00:26:40: Um da mal so ein Gefühl für zu bekommen.

00:26:43: Hast du da vielleicht ein Beispiel?

00:26:46: Ja und in einem Paper ist auch ein sehr passendes Beispiel der Zimmerputz.

00:26:50: Das habt ihr ja noch einmal als Passage auch in dem einen Paper als Beispiel mit aufgenommen wo es darum geht dass In der Wohngruppe beispielsweise ein Regel ist, dass einmal die Woche der Zimmerputz stattfindet.

00:27:02: Meistens ist es Freitag Nachmittag, dass die jungen Menschen dann ja... Die Aufgabe haben ihr Zimmer aufzuräumen zu säubern Müll rauszubringen sonstiges und das ist so eine typische Gruppenregel, dass es einmal die woche stattfinden muss Und das war auch Thema in eurem Paper.

00:27:17: also solche Regeln wie wir sie denn auch im Alltag vermitteln.

00:27:22: Ihr habt das sehr schön beschrieben Auch in diesem Paper dass es dann halt auch Situationen gibt, wo es vielleicht mit Druck ist oder auch mit der Aussprache.

00:27:29: Naja wenn dann also das auch mögliche Konsequenzen gibt, wenn man diese Regeln nicht einhält oder aber auch die Möglichkeit... Es gibt gewisse Regeln und man versucht jungen Menschen nahezulegen, dass diese Regel wichtig sind um auch im späteren Leben in einem gewissen Kontext sich bewegen zu können.

00:27:45: Also es gibt gewissere Regeln in der Gesellschaft, die wir ja auch irgendwie einhalten um als Gemeinschaft zu leben.

00:27:51: Und dass man versucht teilweise einer Wohngruppe das noch mal nahezulegen, dass wir uns alle irgendwie an gewisse Regeln halten müssen.

00:27:58: Und das fängt manchmal beim Zimmerputz an, dass ich halt eine gewisse Ordnung versuche zu halten und nicht Lebensmittel im Zimmer habe die irgendwann verderben und es riecht und andere riechen das und der ganze Flur stinkt so.

00:28:11: Aber ich verstehe das schon.

00:28:12: also regeln geben natürlich ein bisschen Sicherheit kommt irgendwie neuer Kollege, weil Schichtwechsel ist oder so und dann müssen natürlich trotzdem bestimmte Dinge immer noch irgendwie gelten.

00:28:22: Es kann nicht einfach jeder dann machen wie er drauf ist oder wie es ihm gerade passt.

00:28:28: aber ich glaube was ihr so ein bisschen herausgefunden habt nochmal mit meinen eigenen Worten ob ich's richtig verstanden habe man macht das jetzt halt schon immer so zum Beispiel dass auch mal hin zu hinterfragen macht das eigentlich wirklich immer noch Sinn?

00:28:44: Oder darf es auch Momente geben, wo man mal so ein bisschen mit Auge jetzt guckt?

00:28:50: Ist das so wichtig da jetzt so pedantisch in dem Moment diese Regel zu verfolgen und darauf zu pochen?

00:28:57: oder haben wir hier gerade warum auch immer eine Ausnahmesituation.

00:29:01: Und es ist jetzt wirklich vielleicht wichtiger sich mal kurz hinzusetzen und durchzuatmen und zu quatschen oder rauszugehen und Spaziergang zu machen weil es dann allen besser geht Keine Ahnung, weil gerade eine Krise in der Gruppe ist oder so.

00:29:15: Statt jetzt darauf zu pochen dass jetzt aber drei Uhr ist Freitag am Mittag und das Zimmer muss jetzt geputzt werden Und dass man da dann auch als Fachkraft im pädagogischen Dienst ob das jetzt Wohngruppe ist oder auch Profifamilie Da auch auszubrechen und vielleicht dann auch mal Ja sei es ein Instinkt aber vielleicht auch wieder besseren Wissens einfach dann Dinge zu machen, auch im Sinne von Bindung und Beziehung.

00:29:44: Die dann eben auch meine Arbeitsmotivation mehr entgegen kommen, statt jetzt Regeln durchzudrücken?

00:29:49: Ich glaube das ist so ein bisschen was da rum gekommen ist, dass dann auch Mitarbeiter, wenn man das mal sagen darf, manchmal vielleicht ein bisschen genervt sind weil in dem Moment etwas anderes für die jungen Menschen vielleicht aber auch fürs ganze Team viel wichtiger wäre.

00:30:05: Genau darum geht es um diese Sinnhaftigkeit der Regeln, die sich auch immer wieder erschließen sollte.

00:30:11: Es geht nicht darum das Regeln per se irgendwie was Schlechtes sind oder so.

00:30:15: Das meinte ich ja mit dem ermöglichenden und verhindernen Aspekt von Regeln.

00:30:22: also Der Alltag ist darauf angewiesen.

00:30:25: aber sobald eine Regel sehr stark ist und gar nicht mehr befragbar sein kann oder befragba sein darf immer dann Wird es vielleicht ein bisschen problematischer?

00:30:39: Genau, aber Laura du wolltest gerade auch was sagen.

00:30:43: Ja genau ich wollte auch noch mal auf die Sinnhaftigkeit von Regen zu sprechen kommen.

00:30:47: also weil ich finde Linda du hast das super zusammengefasst dass es so eine Art Eigenleben gibt das Regeln entwickeln und ich glaube, das kennen wir ja alle aus dem Alltag.

00:30:58: Wenn wir eine Regel befolgen sollen aber gar nicht verstehen was das bringt, was diese Regel regelt also wenn wir etwas machen nur der Regel will und verstehen aber nicht was der Sinn ist dessen was die Regel regbelt finden wir es auch irgendwie doof Und dass eine Regel in Wohngruppen zum Beispiel dann und auch in Früfe vermehrt, als irgendwie störend oder sinnlos empfunden wird.

00:31:20: Wenn es gar keine Zustimmung zu dem gibt was die Regel ja regeln soll.

00:31:24: Also wenn schon nicht klar ist warum ich eigentlich ein sauberes Zimmer haben soll Dann macht's ja keinen Sinn das Zimmer aufzuräumen wenn ich ja schon damit nicht einverstanden bin.

00:31:33: Das ist immer wieder ein Sprechen darüber braucht.

00:31:37: Was wollen wir eigentlich regeln?

00:31:39: Also was ist eigentlich das dahinterliegende, der dahinter liegende Sinn?

00:31:43: Und es zeigt sich vielleicht auch in sowas wie Konsequenzen.

00:31:47: In den Interviews wird auch von Sanktionen gesprochen für das Nichtbefolgen von Regeln also dass Konsequenten die auf Regelverstöße folgen als vielleicht dann besonders auch unverhältnismäßig erlebt wird wenn die Regel gar keine Zustimmung erfahren hat Und dass darüber auch Erfahrungen gemacht werden.

00:32:09: von jetzt trage ich die Konsequenz für das Nicheinheiten einer Regel, die nicht für sinnvoll erachtert zum Beispiel bei jungen Menschen.

00:32:16: Ja und Regeln können ja auch so negativen Verdachte mit sich bringen.

00:32:22: also kleines Beispiel vielleicht auch alle kennen das ob man jetzt selber Kinder hat oder nicht aber dieses SSK du musst jetzt deine Jacke anziehen So, warum denn eigentlich?

00:32:32: Also ist mein Kind nicht in der Lage zu spüren ob ihm es kalt oder warm ist.

00:32:37: Also damit impliziere ich ja dann schon das kannst du nicht selbst entscheiden dafür bist du nicht clever genug oder wie auch immer.

00:32:44: also ich spreche in dem Moment auch diesen jungen Menschen so eine gewisse Kompetenz ab Und da muss man sich ja dann auch fragen, gerade in der Kinder- und Jugendhilfe haben diese jungen Menschen nicht manchmal auch ganz andere Probleme um die ich mich in dem Moment kümmern muss als jetzt darüber zu diskutieren ob ich eine Jacke anziehe oder nicht.

00:33:05: Bettina weiß quasi meine also die haben vielleicht gerade komplett Ausraster gehabt und dann fange ich an zu diskutiert.

00:33:12: wenn du jetzt aber raus gehst um dich abzuregen müssen wir unsere Jacke einziehen oder so.

00:33:17: Also das fällt mir so als Mama dann auch ein wie, was man da für dumme Diskussionen auch einfach führt nur um bestimmte Regeln in dem Moment die man sich irgendwie so überlegt hat zu befolgen.

00:33:29: Regeln finde ich ist auch ein Wort das mittlerweile irgendwie total negativ behaftet ist und so negativ gesehen wird.

00:33:34: also beobachte ich oft beruflich wie privat dass Leute dann ganz schön regeln.

00:33:41: aber es geht ja auch irgendwie um Rahmenbedingungen die ich schaffen muss.

00:33:44: also ich muss ja auch junge Menschen dann in meiner Arbeit irgendwie auf die Gesellschaft vorbereiten und auch oft auf das Leben in dieser Gemeinschaft.

00:33:53: Und dafür muss ich ja schon gewisse Rahmenbedingungen geben, und das ist dann vielleicht manchmal der Zimmerputz wo es dann darum geht auch eine gewisse Ordnung zu schaffen.

00:34:01: Ich hatte gerade gesagt dass wir nicht Lebensmittel im Zimmer lagern, die irgendwann verschimmeln und andere, die in einer Wohngruppe leben riechen's dann schon wenn sie auf den Flur kommen.

00:34:10: also das ist ja auch... Wenn man in einer Gemeinsschaft lebt gibt es ja gewisse Absprachen- und Rahmenbedigungen die ich dann schon einhalten muss für für ein angenehmes Zusammenleben.

00:34:21: Genau, und es geht dann auch immer darum wie vermittel ich dann auch vielleicht gewisse Regeln?

00:34:26: Sag' ich du musst die Jacke anziehen.

00:34:27: also Adultismus ist ja auch ein Thema in der Studie.

00:34:31: Sag', ich als erwachsene Person hab die Kompetenz dir zu sagen Du musst die Jacke an ziehen.

00:34:36: oder können wir auch gemeinschaftlich schauen so hey wir schauen mal.

00:34:38: ne wie ist das Wetter gerade draußen Um auch gemeinsam daran zu arbeiten, dass die Jacke angezogen wird.

00:34:44: Weil natürlich muss ich schon als Person schauen wenn ich jetzt ein fünfjähriges Kind vor mir stehen habe und es sind draußen null Grad und das sagt ich will überhaupt keine Jacke muss ich natürlich schauen, okay nur im T-Shirt nach draußen gehen.

00:34:56: So das ist nicht realistisch.

00:34:58: aber wie kann ich dann auch den jungen Menschen da mitnehmen?

00:35:01: Ja ich glaube die Überschrift ist so ein bisschen... Das kann ich die Regel gut erklären und wie nehme ich die Personen die man das beregeln will in dem Moment da auch mit?

00:35:13: also dass es auch partizipativ stattfindet und nicht von oben herab und auch mit einem Sinn halt eben belegt wird.

00:35:21: Aber es kann ja zum Beispiel auch eine Regel geben, die ja eine Befragbarkeit der Regel bedeutet.

00:35:28: Also irgendwie Jugendliche haben uns auch davon berichtet was ist eigentlich für einen großen Einfluss?

00:35:34: Auch auf sie hat als Kinder- und Jugendteams eingeführt wurden in den Wohngruppen also dann kann ja drum herum irgendwie ein geregelter Alltag stattfinden.

00:35:47: aber es gibt regelmäßig auch diese Instanz in denen diese Regeln auch befragt werden dürfen und ausgehandelt werden dürfen mit den jungen Menschen gemeinsam.

00:35:58: Und das hat auch ganz, ganz viel damit gemacht dass sich diese junge Menschen an der Stelle ja einfach gesehen und auch ernst genommen gefühlt haben.

00:36:10: Ich würde gerne zum nächsten Themenfeld übergehen bevor wir nach einer dreistündigen Podcast-Wahl gehabt haben.

00:36:17: Das wäre das Themenfeld Bindung, also Bindungen und Beziehung sind ganz zentrale Bestandteile im Leitbild auch von der Bakaus-Kinder- und Jugendhilfe.

00:36:27: Diese Begrifflichkeiten fallen immer wieder bei uns und auch völlig zu Recht.

00:36:31: Welche Ergebnisse habt ihr da im Bereich Bindung oder Beziehungen erarbeitet?

00:36:35: Und welche Bedeutung hat das vielleicht noch mal für unsere Praxis?

00:36:40: Ja, genau mit Bindung haben wir uns auf jeden Fall auch Eingehende beschäftigt.

00:36:44: Weil wie du es sagst ist immer wieder in der BKJH auftaucht und in den Interviews auf der Webseite ja schon im Nightbuild und auch in den Vorbereitungskursen.

00:36:55: Ich glaube das wurde vorher nicht erwähnt aber wir haben uns auch mit Dokumenten auseinandergesetzt dem Rahmen der Fortbildungskurse oder Vorbereitungskurse für Mitarbeiterinnen familiarisierten Settings gehalten werden.

00:37:11: Genau und Teil dieser Vorbereitungskurse ist ein ganzes Modul zur Bindung, also eine Konzeptionierung von Bindung für pädagogisches Arbeiten in Familienähnlichen oder Familienanalogen im Wohnform der WKJ hat.

00:37:31: Und genau wir haben uns dann damit auseinandergesetzt was Bindungen Also woher kommen eigentlich auch Bindungstheorien, wie ist das entstanden?

00:37:40: Wie ist dieser Bezug auf Bindung im ganzen Diskurs zu verorten.

00:37:48: Eine bindungstheoretische Fundierung an pädagogischen Handelns ist tatsächlich... damit schließt sich die BLKJTA einfach an breiten Diskurs an und nicht rechtliche Vorgaben unbedingt sondern Empfehlungen für das Pflegekinderwesen.

00:38:06: Genau!

00:38:07: Und Bindung kann so gesehen als ja auch eine Errungenschaft der Pädagogik gesehen werden, als dass sich in den Nachkriegszeit einfach damit von autoritären Praktiken der Erziehungen abgewandt werden konnte und der Fokus auf irgendwie ein fürsorgliches verbindliches anerkennendes Miteinander hat gelegt hat.

00:38:35: Genau und das Ganze ist auch gerad in der Entwicklung dessen, dass Kindheit überhaupt als eine schützenswerte Lebensphase irgendwie gilt.

00:38:46: Und gleichzeitig ist Bindung und die Bindungstheorie, die ja auch im Rahmen sehr eingebunden in eigentlich gesellschaftliche Verhältnisse auch wieder.

00:39:03: Also, in dieser Bindungstheorie oder im Konzept wie es auch im Rahmen der BKJT untersucht haben wird ein großer Bezug auf Familie und auf Mutterschaft und Elternschaft gelegt.

00:39:21: Gleichzeitig wird auch Bindung als etwas vermittelt was vielleicht Aber etwas ganz Natürliches oder die Fähigkeit zur Bindung ist etwas, was als natürliches Merkmal der Menschen gilt und dargestellt wird.

00:39:40: Daher gleich ist einschließlich diese gesellschaftliche Einbindung dieser Bindungstheorie auch gibt durch vielleicht eine Idee dessen das eine Bindungsfähigkeit die Ausbildung von Unsicherer oder einer sicheren Bindungsfähigkeit, ein Wesensmerkmal von Menschen auch darstellt.

00:39:59: Geht es vielleicht auch damit einher potenziell?

00:40:03: Also könnte das Potenzial auch da mit einhergehen um sowas wie Zuschreibung von Beschädigungen zuvollziehen.

00:40:11: also dadurch dass ich eine bestimmte Form von Windung nicht entwickelt habe Ja gibt es damit auch irgendwie so eine defizitäre Zuschreibung, die dann aber nicht irgendwie auf die Verhältnisse zurückgeführt werden.

00:40:26: Die vielleicht diese anerkennende Praxis miteinander verhindern und also genau... Und auch diese verbindliche Praxis mit einander verhindert, sondern potenziell vielleicht eher auf Einzelne zurück geführt wird.

00:40:43: Also irgendwie auf eine Idee von Mutterschaften, nicht so gut ausgeführt wurde oder irgendwie sehr das Idee von guter und schlechter Elternschaft eigentlich aufmacht.

00:40:57: Und damit mit der Tendenz einfach einhergeht, den Kontext nicht so richtig zu berücksichtigen, wenngleich Bindung an sich halt eine total gute und wichtige Orientierung der pädagogischen Praxis ist und bleibt.

00:41:13: Aber wie im Kontext von der Studie von unseren ja auch professionellitäts theoretischen Annahmen einfach darauf geguckt haben, mit welchen ja potenziell ja deprofessionalisierenden Aspekten könnte das denn einhergehen?

00:41:31: Na ja depprofessionalisiert in dem Sinne als dass vielleicht genau Zuschreibungen festgeschrieben werden und nicht mehr so richtig befragt.

00:41:41: Hattet ihr das Gefühl beim Thema Bindung und Beziehung, also wenn ich das so richtig verstehe dass das Druck auslöst?

00:41:47: Also jetzt vielleicht auch insbesondere im Konzept Profifamilie.

00:41:52: So Ich bin nur erfolgreich mit diesem Konzept in diesem Konzept als Pädagoge-Pädagogin Wenn ich es schaffe eine gute Bindung und Beziehung aufzubauen, ohne dass das jetzt vielleicht auch ganz genau beschrieben ist.

00:42:05: Was das bedeutet?

00:42:06: Aber das ist ja so ein bisschen die Idee dahinter.

00:42:09: Wir haben hier ein enges familiäres Setting.

00:42:12: Bindung oder Erlebte-Bindungsabbrüche können nachgenährt werden.

00:42:18: So wie wir steigen nochmal neu aufs Gleis sozusagen.

00:42:21: Das Kind kann dann im Idealfall des Nachholen bestreitet einen Anführungsstrichen normales Leben in einem engen Familien setting.

00:42:30: Aber, so wie du das gerade auch schon sagt ist berücksichtigt diese Idealisierung im Zweifel halt nicht.

00:42:37: Ich sehe nicht alles was vielleicht auch im Verborgenen liegt bei diesem jungen Menschen also eventuelle Diagnosen die in dem Moment noch gar nicht klar sind.

00:42:48: Vielleicht lässt das Setting das am Ende doch nicht zu.

00:42:51: ich habe leibliche Kinder kann mich emotional vielleicht auch doch nicht darauf einlassen.

00:42:57: Hör ich das richtig heraus?

00:42:58: Habe ich das wirklich verstanden, dass da auch so ein gewisser Druck da ist.

00:43:03: Weil es so idealisiert wird aber dass man eben halt auch bedenken muss... Man hat ja einen professionellen Auftrag und nicht nur einen emotionalen Auftrag Und sich beißen kann und nicht immer so funktioniert wie man sich das vielleicht in seiner Idealvorstellung wünschen würde.

00:43:22: Ja,

00:43:22: genau.

00:43:23: Absolut!

00:43:24: Das ist immer so ein bisschen die Gefahr... ...die dann damit einhergeht wenn irgendwie etwas als natürlich auch gilt.

00:43:30: also ähm ja Bindung ist per se gut Familie ist per sie gut Dann ist es vielleicht einfach auch an der Stelle ein bisschen gefährlich oder was heißt gefährlich?

00:43:43: aber es verhindert vielleicht einen reflektiven Zugang auch dazu und auch eine auch vielleicht die Idee dessen, dass es viele Perspektiven darauf gibt.

00:43:56: Also selbst wenn jetzt das Verhalten der jungen Menschen Ausdruck von einem unsicheren Bindungsverhalten ist oder schlechte Erfahrungen in Primärbeziehung oder so ist, genau könnte der Bezug auf auf Bindungstheorie auch dazu führen, also auch nicht zwangsweise aber auch da zu führen und das tendenziell als etwas wahrzunehmen was halt Ausdruck von etwas von einer Störung ist.

00:44:30: Und deswegen weniger ernst genommen werden muss.

00:44:33: Also es gibt irgendwie ein Beispiel in den Texten nachzulesen In einem Reader eines Systemischen Instituts, was im Rahmen dieser Fortbildungsdokumente einfach zur Verfügung gestellt wird.

00:44:47: Also das ist kein BKJT eigenes Material es wird nur zur Verfügung bestellt und da wird zum Beispiel angeführt dass in der Arbeit mit dort heißt es gerade den Anführungsstrichen bindungsgestörten jungen Menschen es wichtig sein kann, ja bestimmte Rituale die Nähe und Bindungen herstellen soll.

00:45:14: Und suggerieren fortgeführt werden auch wenn der junge Mensch eigentlich artikuliert dass er das gar nicht möchte.

00:45:24: Das sind einfach Momente oder Lesarten der so einer bindungstheoretischen Fundierung pädagogischem Praxis.

00:45:33: Potenziell halt einfach mit Grenzüberschreitung einhergehen können.

00:45:37: Wenn sie so gelesen werden, als dass bestimmte Rituale der Näheherstellung oder der Bindungsherstellung fortgeführt werden und dann das Aufgeben des Widerstands dagegen der jungen Menschen als Bindung gelesen wird also als Bestätigung der Bindungspraxis.

00:45:57: Aber um auf deine Frage zurückzukommen Ja, also ich habe ja sehr lange in der Wohngruppe gearbeitet und hatte dadurch auch mit Profifamilien zu tun.

00:46:04: Das haben wir hier in einer einen oder anderen Folge auch schon mal besprochen Und ich glaube das ist definitiv ein Punkt den man berücksichtigen muss Wenn Profi-Familie teilweise wirklich über einen sehr langen Zeitraum junge Menschen begleiten und es kommt zu einem Auszug Ja Zu einem Bruch.

00:46:19: Also ein Auszug nicht dass es lange geplant und der junge Mensches erwachsen sondern Wir haben das ja hin und wieder auch, dass wirklich dann ein Bruch stattfindet.

00:46:27: Das macht definitiv was mit der Profifamilie.

00:46:29: Und ich beobachte auch auf, dass Menschen sich selbst dann in Frage stellen und die Fragen stellen, habe ich gerade versagt?

00:46:34: Und es ist auch teilweise sehr persönlich neben dann in dem Fall.

00:46:39: Zum einen weil sie das selbst ... Weil Sie diese Idee haben.

00:46:42: aber ich beobe auch doch immer wieder, dass sind Fragen von außen teilweise wenn... Wenn ein junger Mensch aus einer Profi-Familien auszieht, dass Leute in der Nachbarschaft dann fragen Was da denn los?

00:46:51: habt ihr das nicht hingekriegt?

00:46:53: Also auch viel Stigmatisierung dann, dass Leute versagt haben müssen.

00:46:56: Weil sonst hätte das doch funktioniert.

00:46:58: Ja vielleicht ist es manchmal sogar zu theoretisch.

00:47:03: Zu modellhaft und die Praxis ist halt einfach anders.

00:47:07: Das Leben ist nicht in ein theoretisches Modell zu pressen.

00:47:13: Ich glaube, wir kommen da in dem Kontext Themenfeld-Familie auch noch mal so ein bisschen drauf zu sprechen.

00:47:19: Das spielt ja dann doch sehr damit rein!

00:47:21: Wir reden jetzt schon viel über Profifamilien.

00:47:24: Allein schon deshalb ist das Thema Familie natürlich bei uns bei der BKGTH auch total groß und ich glaube ihr habt das in einem Workshop mit den Profi oder mit einigen Profifamilyen erarbeitet.

00:47:36: Ja, da gab es glaube ich auch ein paar Spannungsfelder und Widersprüche.

00:47:42: Laura, vielleicht magst du da ein bisschen was zu erzählen?

00:47:45: Ja gerne.

00:47:47: Also dieser Begriff Familie ist ja eine Big Altar doch ziemlich präsent.

00:47:52: also wie du das gerade schon gesagt hast Linda durch diese Form Profi-Familie aber auch darüber hinaus hatten wir den Eindruck dass Familie schon als etwas gesehen wird was irgendwie gut ist ne gute Form des Zusammenlebens, ne gute soziale Form.

00:48:06: Und das ist ja jetzt auch nicht total überraschend, weil Familie gesammengesellschaftlich auch etwas ist was als eine gute soziale Form gesehen wird des Zusammenlebens.

00:48:15: Wenn Familie im Rahmen von Profifamilie zum Beispiel zu einem Konzept für einen pädagogischen professionellen Kontext wird, wird ihr dieser Kontext auch nochmal hervorgehoben als ein wertvoller Kontext, da junge Menschen aufwachsen sollen und wir haben uns mit Familie auf vielfältige Weisen beschäftigt, aber auch vor dem Hintergrund von so einer historischen Betrachtung von Familie und auch nach Gegenwertigen.

00:48:42: Weil Familie ist ja nicht einfach so entstanden sondern Familie wie wir sie ja heute oft noch kennen also so ein Idealbild von Familie was sehr stark geprägt ist durch eine Idee von da lebt ein Elternteil mit Kindern zusammen und vielleicht auch ein heterosexuelles Elternteil mit Kindern.

00:49:01: Das ist ja ein Bild, was entstanden ist gesellschaftlich.

00:49:05: Und auch im Formt ist von Ideen von bestimmten Geschlechterverhältnissen.

00:49:08: also wer übernehmen zum Beispiel Fürsorgearbeit Und Familie hat oft so ein Idealbild von einem guten Ort, an dem es den Menschen auch gut geht und sie glücklich sind.

00:49:23: Wir wissen aber ja auch, dass Familie der Ort vom Gewalt ist.

00:49:27: Insbesondere für junge Menschen und Frauen ist Familie der dort, an denen Sie hauptsächlich Gewalterfahrung machen.

00:49:36: in der Bikayatarspürbar, weil junge Menschen in die Einrichtungen kommen.

00:49:40: Also in die verschiedenen Angebote, weil sie auch im Kontext Familie Gewalt erfahren gemacht haben.

00:49:46: und deswegen ist Familie per se schon irgendwie spannungsreich, weil es irgendwie so eine Idealisierung von Familie gibt, die aber wie die meisten Idealbilder nie dem tatsächlichen Erleben von Menschen entspricht.

00:49:59: Also Familie ist irgendwie spannungsreich Was im Kontext Profi-Familie ja total spannend ist, dass Familie was ja als der Ort des Privaten auch gilt zu einem professionellen Kontext wird.

00:50:12: Also das es eine Gleichzeitigkeit von Privatat und Professionalität gibt.

00:50:17: Und mit diesem Verhältnis von Privatheit und Professionalität haben wir uns viel auseinandergesetzt.

00:50:23: Auch weil wir glauben, dass das nicht nur für Profi-Familie interessant ist sondern wahrscheinlich für pädagogische Praxis allgemein also das pädagogisch professionelle ja irgendwie immer sowohl als private Person als auch als professionelle Person in ihrer Arbeit da sind, also dass diese Trennung von Privatpersonen oder professioneller Person ja gar nicht so möglich ist und vielleicht auch eine Illusion dieser Trennungen.

00:50:50: Und das mit Profifamilien, also mit dem Kontext Profi-Familie eben Chancen, Herausforderung verbunden sind und auf Fragen die sich für die pädagogische Praxis ergeben.

00:51:03: Und da sind vielleicht so ein paar Dinge zu nennen, die sicher spannend sind.

00:51:07: Also zum Beispiel das Thema Gefühle, das knüpft vielleicht auch ganz gut an, das Thema Bindung an also dass im Rahmen von Profifamilie so vielleicht sowas aufeinandertrifft wie so ein Gefühlskonzept, wie es in Familie gängig ist, also eine Idee von wie Gefühle so in der Familie aussehen sollen aber auch Gefühlen wie sie im professionellen Kontext eigentlich sein sollen.

00:51:32: Also Vorstellungen davon wie sich Professionelle auf der Ebene von Gefühlen verhalten sollen und dass diese verschiedenen Skripte vielleicht von Gefüheln auch spannungsreich sind und das Profi-Eltern in manchen Situationen irgendwie als Eltern auftreten sollen, aber in anderen Situationen als professionelle und dass dadurch auch Spannungen entstehen auf verschiedenen Ebenen im Kontakt mit den leiblichen Kindern.

00:52:03: Im Kontakt mit dem aufgenommenen jungen Menschen, aber auch für die Profieeltern selbst.

00:52:10: Vielleicht erst mal so falls du noch eine Nachfrage stellen möchtest dazu?

00:52:13: Ja ich überlege.

00:52:16: Hast du dazu eine Frage?

00:52:18: Nein, aber ich bin glaube auch involvierter als du.

00:52:20: Also deswegen bin ich ganz froh dass du dabei bist um auch nochmal den Blick zu haben für Außenstehende gerade merke ich.

00:52:26: Ja also ja?

00:52:28: Ja vielleicht das auf jeden Fall und das hat Tonya eben schon in Bezug auf Bindung gesagt.

00:52:37: Also wir vom BEVA-Projekt, wir finden Familien nicht per sie schlecht und wir sind nicht der Meinung Familie sollte als Orientierung für stationäre Angebote abgeschafft werden.

00:52:50: wichtig, insbesondere bei so sehr aufgeladenen Orientierungsbildern wie Familie zu überlegen an was orientiert sich dann so ein Angebot.

00:53:00: Also was sind eigentlich die Idealvorstellungen, die damit impliziert werden und die auch zu befragen immer wieder?

00:53:07: Und das gilt sicher auch für Wohngruppen aber vielleicht für den Kontext Profilfamilien nochmal in der besonderen Weise weil Familie so aufgeladene ist, auch so affiziert ist.

00:53:18: Was sich für uns im Rahmen von Profifamilien auch sehr stark zeigt ist, dass diese, die wir jetzt schon an verschiedenen Stellen markiert haben strukturell bedingten Spannungsverhältnisse.

00:53:31: Also strukturell bedingte Spannung verhältnisse der Kinder- und Jugendhilfe allgemein aber auch der Profiformilien dass diese Spannungsverhältnisse individuell bearbeitet werden, wenn Gleise ja eigentlich strukturell bedingt sind.

00:53:45: So das Menschen in den Profifamilien mit diesen... Spannungsverhältnisse einen Umgang finden müssen und diese Schwierigkeiten individualisiert werden, die auftauchen.

00:53:57: Und das ist super wäre über die strukturellen Bedingungen zu sprechen, die dieser Schwierigkeit oder die Herausforderung hervorbringen um sie nicht im individuellen zu belassen.

00:54:11: Also ich kann aus meiner auch leihenhaften Perspektive, wie macht sich so ein generelles Gefühl bereit zu allem worüber wir jetzt schon seit einer Stunde sprechen?

00:54:21: Dass so ein großes Spannungsverhältnis da ist zwischen so eine idealisierten Theorie.

00:54:28: Auch damit einherringehenden Regeln aber dann am Ende auch einer emotional aufgeladenen Praxis und Gefühlswelt und auch ja Individuen sei es junge Menschen oder auch Erwachsene Und dass da generell an allen Stellen, worüber wir jetzt schon gesprochen haben in allen Themenfeldern und auch noch darüber hinaus offensichtlich viele Spannungen einfach da sind.

00:54:54: Das lässt sich nicht so einfach auch in eine Schablone drücken aber es macht total viel Sinn raus zu zoomen, was wir jetzt auch gemacht haben.

00:55:03: Dinge zur Hinterfragen um sich glaube ich auch den Druck einfach an verschiedenen Stellen zu nehmen.

00:55:08: da steht für mich irgendwie so als Überschrift wenn ich so reinen fühle in das was ihr so erzählt muss ich mir den druck machen bestimmte regeln total dogmatisch zu befolgen.

00:55:18: oder darf ich dass auch mal hinterfragen?

00:55:20: muss ich mit dem druckmachen die super mutter jetzt beispielsweise zu sein auch als profimutter Darf das auch, weil es ein professionelles Verhältnis ist.

00:55:32: Anders sein als mit einem leiblichen Kind beispielsweise wenn ich deswegen direkt gescheit hat?

00:55:38: also ich glaube da steht sehr viel idealisierte Theorie und dann aber gelebte Praxis am Ende dem auch gegenüber.

00:55:45: Das ist so So ein Gefühl, was sich über diese ganze Studie hinweg bei mir irgendwo breit macht.

00:55:51: Und ich glaube das ist ganz schönes, dass wir da als BKJH einmal von oben so drauf geschaut haben und vielleicht auch ein bisschen Druck rausnehmen konnten in verschiedener Hinsicht.

00:56:04: Könntet ihr das so mitgehen dieses Gefühl?

00:56:07: Ja

00:56:07: total!

00:56:08: Ich glaube, dass die Spannungsfelder halt auch total konstitutiv sind.

00:56:12: also das ist total wichtig zu erhalten, dass Spannungsfälle austariert werden dürfen.

00:56:19: Dass es nicht in die eine oder andere Richtung dann halt vereindeutig wird.

00:56:23: also im Sinne von

00:56:24: das ist jetzt

00:56:26: die gute Familie, die gute Bindung so und so muss es sein.

00:56:29: Das sind jetzt die Regel, die das alles richtig macht sondern es geht genau darum diese Uneindeutigkeit auch

00:56:38: zu

00:56:39: erhalten uns...

00:56:41: Auch auszuhalten ja

00:56:43: auszuhalten auch und genau nicht in eine eindeutige Praxis zu überführen.

00:56:51: Ja, ich hatte als Abschlussfrage auch noch aufgeschrieben ob man einen zentralen Impuls mitgeben kann und vielleicht ist es das am Ende irgendwie schon so ein bisschen... Vielleicht auch mal ganz naiv-und leinhaft gesprochen macht euch dann auch nicht zu viel Stress an manchen Stellen!

00:57:06: Man darf Dinge hinterfragen keinem Idealbild dann irgendwo auch hinterher zu hetzen und ich finde, auch Intuition hat seine Daseinsberechtigung an vielen Stellen.

00:57:17: Also das ist so ein Impuls und so einen Gefühl was ich daraus mitnehme?

00:57:21: Ja genau also.

00:57:22: dass wäre sicher auch so ein zentraler Moment den wir jetzt vom Beaver Projekt aus nochmal markieren würden, dass Spannungsverhältnisse nicht auflösbar sind der Umgang aber auf allen Ebenen sehr unterschiedlich damit aussehen kann.

00:57:38: Und das, was Antonia eben gesagt hat.

00:57:41: Auch dass wir, wir sprechen immer von Unbestimmtheit pädagogischer Praxis nicht in eine Bestimmtheid zu überführen und gleichzeitig auch darüber nachzudenken also nach welchen Orientierungen handeln wir eigentlich?

00:57:54: Und das auch immer wieder zu hinterfragen!

00:57:58: Das, was wir jetzt auch... Also Linda dort ist ja die Paper angesprochen, die bereits veröffentlicht sind.

00:58:04: Jetzt sind wir auch gerade noch dabei, eine Art Abschlussbericht zu verfassen.

00:58:08: Wir nennen das Reader der auch zum Jubiläum der BKTH veröffentlicht werden wird und da... sind wir auch nochmal damit befasst, was sind denn so zentrale Momente?

00:58:20: und der Status dieses Readers ist eben aus unserer Sicht dass der von der BKTH auf verschiedenen Ebenen zur Reflektion eben genutzt werden kann.

00:58:30: Also auch ein Anstoß es über verschiedene Dinge ins Gespräch zu kommen nachzudenken.

00:58:35: Ja ich bin auf jeden Fall gespannt.

00:58:38: bei dem Jubiläum da werden mir uns ja auch persönlich sehen.

00:58:40: ihr werdet daher auch noch mal einen Workshop anbieten.

00:58:43: Also wer Interesse hat, um da auch noch mal wirklich intensiver mit euch beiden einzutauchen ist daher jetzt nicht eingeladen.

00:58:49: Nur die Folge kommt dann parallel leider erst raus.

00:58:52: Aber dementsprechend auch der Reader wird dann schon in den Show Notes verlinkt sein.

00:58:57: Ich glaube spannend es jetzt nochmal auf die BKJH zu schauen und vielleicht zum Abschluss so mit zwei drei Sätzen das weiß du glaub ich auch ganz gut weil du eng in der Akademie bist Und ich weiß dass auch schon von Kollegen Pro waren über die Studie zu diesem Erkenntnis, zu dieser Erkenntnisse kommen.

00:59:15: Wir machen auch schon ganz viel um bestimmte Themen hier regelmäßig zu bearbeiten.

00:59:21: Vielleicht hast du da ein zwei Beispiele wenn nicht auch okay aber so Dinge die wir halt eben auch schon angehen für pädagogische Fachkräfte jetzt bei uns beispielsweise weil es da sind auch paar Sachen geplant.

00:59:34: Supervision ist ja ein Thema bei uns in einer Einrichtung.

00:59:37: Alle Teams haben regelmäßig Supervisionssitzungen, was immer ganz wertvoller Ort ist um auch in die Reflexion zu gehen und mit einem professionellen Setting.

00:59:47: In der Akademie haben wir Veranstaltungsangeboten, ein sehr umfangreiches, wo wir auch einige Themen Einpflegen, wo es auch um die Eskalationspraktiken geht.

01:00:00: Um Bindungsgeschichten aber auch darüber hinaus gesellschaftliche Themen, wo wir beobachten da gibt es auch eine gewisse Brisanz, womit junge Menschen konfrontiert sind mit Arbeitene konfrontierend sind, die wir auch in unserer Arbeit einfach berücksichtigen müssen also wenn's dann auch beispielsweise um diskriminierungssensible Pädagogik geht.

01:00:17: das ist so ne Bandbreite an Themen die wir in der Akademie anbieten womit Arbeitende sich fortbilden können.

01:00:24: Und darüber hinaus haben wir halt auch noch mal Mitarbeiter, die explizit geschult werden.

01:00:30: Die nochmal Fachausbildung durchlaufen zu bestimmten Themen um dann als Multiplikatoren in der Einrichtung fungieren zu können.

01:00:39: Ja an dieser Stelle könnt ihr alle den Podcast von vorne hören ab Staffel eins weil wir sicherlich schon sehr viel dazu erzählt haben immer wieder wie bei uns auch so die gelebte Praxis ist.

01:00:51: aber Unsere Erkenntnis ist jetzt auch nicht, dass wir total super sind sondern das wir mit diesen Erkenntnissen dann eben auch weiter arbeiten und die herangehensweise für uns auch noch mitnehmen nämlich immer mal wieder von oben drauf zu schauen.

01:01:05: Und ja diese Folge müssten wir tatsächlich an der Stelle Abmoderieren, das ist glaube ich schon unsere längste jetzt.

01:01:13: Aber das ist als letzte Folge auch total in Ordnung.

01:01:17: und ja für uns intern geht es ja noch ein bisschen weiter wie gesagt dass wir uns auch nochmal live sehen und die Studie dann auch noch vorgestellt wird.

01:01:25: Und für alle Hörerinnen eben die Einladung sich die Ergebnisse der Studie anzuschauen Wir verlinken das Über die Seite der Uni Bielefeld würde man euch im Zweifel auch finden, glaube ich.

01:01:35: Wenn man vielleicht auch von wissenschaftlicher Seite kommt und Interesse hat da auch noch mal in den Austausch zu gehen.

01:01:42: Und ja!

01:01:42: Ich möchte mich an dieser Stelle bedanken dass ihr euch die Zeit genommen habt die Studie vorzustellen.

01:01:50: Ja genau es war ein schönes spannendes und lehrreiches Interview aber auch für die Zeit die drei Jahre.

01:01:57: Vielen vielen Dank an der Stelle.

01:01:59: Ja von mir ebenfalls vielen Dank

01:02:01: Danke schön, um die Einladung für die Möglichkeit dazu zu sprechen.

01:02:06: Sehr schön!

01:02:06: Ja und wir bedanken uns dann dass ihr bis wenn ihr mitgehört habt achtzehn Folgen heimkind bis hierhin gehört habt.

01:02:14: vielleicht geht es irgendwann mal weiter.

01:02:16: ich glaube wir haben sehr viele Themen angesprochen und ja ich lade gerne nochmal dazu ein immer mal wieder auch in die folgen reinzuhören je nachdem welches thema euch interessiert.

01:02:26: die werden eigentlich nicht alt.

01:02:28: das ist das gut an unserem podcast Und vielen, vielen Dank an der Stelle.

01:02:33: Es hat mir immer viel Spaß gemacht!

01:02:35: Ja das kann ich nur zurückgeben.

01:02:36: also... Ich glaube, ich werde es ein bisschen vermissen mit dir.

01:02:39: Das geht bestimmt

01:02:40: irgendwann weiter.

01:02:40: Aber vielleicht geht's ja noch mal weiter und auch da nochmal dahin weiß dass die Hörerinnen uns natürlich auch per Mail kontaktieren können unter podcastatbackhaus.de.

01:02:50: Vorschläge

01:02:51: Ideen sonstiges nehmen wir immer gerne

01:02:52: an.

01:02:54: Also tschüss ihr

01:02:54: Lieben, auf Wiedersehen.

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